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Die
Schilddrüse
Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges
Organ, das an der Vorderseite des Halses unterhalb des
Kehlkopfes vor der Luftröhre sitzt. Es hat die Aufgabe,
aus Jod und anderen Bausteinen die Schilddrüsenhormone
herzustellen. Diese werden für die Regelung verschiedener
Stoffwechselvorgänge im Körper benötigt.
Eine Störung der Schilddrüsenfunktion hat Auswirkungen
auf das körperliche und seelische Befinden des Menschen.
Die Schilddrüsenhormone sind an der ordnungsgemäßen
Funktion des Herzens, des Kreislaufs, des Magen-/Darmtraktes,
sowie der psychischem und seelischen Verfassung beteiligt.
Schilddrüsenvergrößerung = Struma
(Kropf)
Eine Struma oder auch Kropf genannt ist eine Vergrößerung
der Schilddrüse. Es gibt grundsätzlich 3 verschiedene
Formen von Struma:
1. Bei einer Überfunktion der Schilddrüse sprechen
wir von einer hyperthyreoten Struma.
2. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüsen sprechen
wir von einer hypothyreoten Struma.
3. Bei einer normal funktionierenden Schilddrüse
sprechen wir von einer euthyreoten Struma.
Ursache der Struma (Kropfbildung)
Die häufigste Ursache einer Struma ist Mangel an
Jod in der Nahrung. Jod ist Voraussetzung für die
ausreichende Bildung der Schilddrüsenhormone, die
im gesamten Organismus gebraucht werden. Ist zu wenig
Jod vorhanden, so reagiert die Schilddrüse, in dem
sie wächst, um mit mehr Drüsenzellen vermehrt
Hormone produzieren zu können.
In Deutschland tritt bei 10-20 % der Bevölkerung
eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma)
aufgrund von Jodmangel auf. Frauen sind davon fünfmal
häufiger betroffen als Männer.
Symptome
Eine Struma, die aufgrund eines Jodmangels auftritt, verursacht
in der Regel keine Beschwerden, weil die Schilddrüse
weiter normal funktioniert. Meistens fühlen sich
die Betroffenen durch das veränderte Aussehen gestört
und gehen deshalb zum Arzt. Bei größeren Strumen
können diese Druck auf die Luft- und Speiseröhre
ausüben. Des äußert sich dann in Druck-
und Kloßgefühl, Schluckbeschwerden oder Luftnot.
Diagnostik
Eine Struma wird nach den Kriterien Größe,
Beschaffenheit, Verschiebbarkeit, den lokalen Symptomen
wie Heiserkeit, Luftröhrenverlagerung, Druckschmerz
und Lymphknotenbeteiligung beurteilt. Der Größe
nach werden nach der WHO verschiedene Stadien eingeteilt,
die aber nur beschreibenden Charakter haben.
Therapie:
Zur Therapie einer Struma stehen 3 Möglichkeiten
zur Verfügung:
1. Medikamentöse Therapie
2. Operation
3. Radiojodtherapie
Mit der medikamentösen Therapie und der Radiojodtherapie
(„innere Bestrahlung“) wird in erster Linie
eine Beeinflussung der Funktion erreicht. Auch kann weiteres
Wachstum der Struma verhindert werden, eine wesentliche
Verkleinerung aber lässt sich nur chirurgisch erreichen.
Die Operation der Schilddrüse
Hauptsächlich werden große Strumen mit mechanischen
Komplikationen oder geschwulstverdächtigem Befund
operativ behandelt. Aber auch kleinere Strumen mit Überfunktion
oder bei der Basedow´schen Erkrankung werden operiert
wenn die medikamentöse Therapie scheitert oder vom
Patienten die Bestrahlung nicht gewünscht wird.
Bei der Operation wird von dem Chirurgen ein kleiner Hautschnitt
in einer Halsbeugefalte gesetzt. Die Schilddrüse
wird auf beiden Seiten freigelegt und die Schilddrüse
wird, je nach Befund, teilweise oder auch vollständig
entfernt. Ziel ist es, möglichst kein krankhaft verändertes
Gewebe zurückzulassen, nötigenfalls auch mit
der Folge, das lebenslang Schilddrüsenhormon-Tabletten
genommen werden müssen. Bei der Operation achtet
der Chirurg sorgfältig darauf, dass er die Stimmbandnerven
und die Nebenschilddrüsen, die den Calciumstoffwechsel
regeln, schont. Die Wunde wird abschließend unter
kosmetischen Gesichtspunkten verschlossen.
Abb. 1: operativ entfernte Schilddrüse
Die Operation ist heutzutage komplikations- und risikoarm.
Gleichwohl gibt es solche Komplikationen und der Patient
muss vor der Operation darüber aufgeklärt werden.
In erster Linie ist hier eine Beschädigung eines
Stimmbandnervens zu nennen, die zu Heiserkeit und Schluckbeschwerden
führen kann. In unserem Haus liegt das Risiko für
eine solche Stimmbandlähmung bei unter 1 %. Weiter
kann es zu einer Störung der Blutversorgung der Nebenschilddrüsen
kommen oder auch zu einer versehentlichen Entfernung derselben.
Dies kann bedeuten, das der Patient über einen längeren
Zeitraum mit Calcium-Tabletten behandelt werden muß.
Bluttransfusionen werden in der Regel nicht benötigt.
Nachbehandlung
In der Regel ist die Operation mit einem 2-3-tägigen
stationären Aufenthalt verbunden. Durch den Hausarzt
werden dann in regelmäßigen Abständen
die Schilddrüsenwerte und der Calciumspiegel im Blut
untersucht. Nach der Operation muss der Patient in der
Regel Jodtabletten und/oder Schilddrüsenhormone einnehmen,
um einer erneuten Wucherung vorzubeugen.
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