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Die etwa 8-11 cm große Gallenblase liegt an der Unterseite der Leber im rechten Oberbauch und ist mit der Leber durch eine bindegewebige Kapsel verwachsen. Sie speichert die Gallenflüssigkeit und liegt im Nebenschluss des Lebergallenganges, der im Zwölffingerdarm mündet. Die Gallenflüssigkeit hilft, fettreiche Nahrung zu verdauen.
 
Bei manchen Menschen entstehen aus den in der Gallenblase gelösten Salzen Steine. Diese können sehr klein sein, aber auch Murmelgröße erreichen. Wandern die Gallensteine zum Gallenblasenausgang, kann es zu einem Verschluss des Ganges kommen mit heftigen Schmerzen (Gallenkolik). Auch eine Entzündung der Gallenblase und –wege kann dann auftreten.

Abb. 1: aufgeschnittene Gallenblase
 
Beschwerden:
Bei einer Entzündung in der Gallenblase (Cholecystitis) leiden die Betroffenen unter:
- plötzlichen starken Schmerzen im rechten Oberbauch
- Fieber
- Schüttelfrost
- Erbrechen
- Verfärbtem Stuhl
- Leichter Gelbsucht
 
Erkrankungsursachen:
Gallenblasenentzündungen sind meistens Folge von Gallensteinen. Oft hatten Betroffene früher schon Koliken. In seltenen Fällen gibt es eine andere Ursache. Möglich ist eine Gallenblasenentzündung als Folge von Entzündungen anderer Organe, z. B. des Darmes, eines schweren Unfalles, von Verbrennungen, von Operationen.
 
Therapie:
Bei akuter Gallenblasenentzündung muss der Betroffene sofort zum Arzt. Dort erfolgt die Diagnostik durch eine Ultraschalluntersuchung und laborchemische Untersuchungen des Blutes.

Die weitere Therapie richtet sich nach den Ursachen der Gallenblasenentzündung. Da in den meisten Fällen Gallensteine die Entzündung verursachen, ist es das Ziel, diese Steine zu entfernen. Eine alleinige Entfernung von Gallenblasensteinen aber macht keinen Sinn, da diese erneut sich bilden können. Daher wird die Gallenblase als „Steinbildungsort“ entfernt. Dies erfolgt heute in der Regel minimal-invasiv, d.h. mittels der so genannten „Schlüssellochchirurgie“.
 
Die operative Entfernung der Gallenblase durch minimal invasivem Eingriff:
Das Entfernen der Gallenblase, medizinisch Cholecystektomie genannt, erfolgt in mehreren operativen Schritten:
1. Zunächst wird in der Nähe des Bauchnabels ein kleiner etwa 3 cm langer Schnitt
gesetzt und der Bauchraum mit CO2-Gas aufgepumpt. Dann wird durch den
Operateur eine Miniaturkamera in den Bauchraum gebracht. Es folgen 3 weitere
kleine Schnitte zum Einführen der Instrumente. Mit Hilfe von feinen
Mikroinstrumenten wird die Gallenblase nun nach oben gestreckt und frei präpariert.
2. Die Gallenblase haftet an der Leber und ist mit dem Gallenblasengang und einer
Arterie verbunden mit den größeren Leitgefäßen. Diese anatomischen Strukturen
muss der Operateur sauber präparieren und darstellen.

Abb. 2: Gallenblasenoperation
 
 
3.
Anschließend werden der Gallenblasengang und die Arterie mit Klammern sicher verschlossen und dann durchtrennt. Danach löst der Chirurg die Gallenblase aus der Leber heraus. Abschließend wird die abgetrennte Gallenblase dann aus dem Bauchraum entfernt und die Wunden werden verschlossen.
 
Gelegentlich muss während der Operation auf eine offene Schnittoperation umgestiegen werden. Dies insbesondere dann, wenn nach Voroperationen es zu Verwachsungen im Bauchraum gekommen ist.
 

Abb. 3: Gallenblase bergen
 
Die operative Gallenblasenentfernung ist eine Standardoperation die in großer Zahl in Deutschland und auch bei uns durchgeführt wird. Sie ist in der beschriebenen Weise risikoarm und für den Patienten schonend. Dennoch können Komplikationen auftreten. In erster Linie ist hier eine Verletzung des Hauptgallenganges zu nennen und ein Verlust von Steinen durch plötzliches Eröffnen der Gallenblase. Im ersten Fall kommt es zu einer Abflussstörung der Galleflüssigkeit, die operativ dann behoben werden muss. Im zweiten Fall kann es zu Entzündungen kommen. Auch Blutungen oder Leckagen von Galleflüssigkeit treten auf, sind aber in der Regel nur gering. Deshalb verzichten wir in der Regel auch auf das Einbringen von Drainagen.

Nach einem in der Regel 2-tätigen stationären Aufenthalt können die Patienten nach der Operation in die häusliche Umgebung entlassen werden. Die Fäden können nach einer Woche entfernt werden. In der ersten Woche sollten über den Hausarzt dann noch einmal die Blutwerte kontrolliert werden. Bezüglich der Kost sind keine speziellen Diäten erforderlich.
 
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