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Das Krankheitsbild
Dieses Krankheitsbild ist benannt nach dem Pariser Chirurgen Guillaume Dupuytren und beschreibt eine knotige Verdickung der bindegewebigen Hohlhandfaszie. Mit der Zeit kommt es dabei zu einer zunehmenden Verkrümmung der Finger. Am häufigsten betroffen sind Klein- und Ringfinger.
 
In Abhängigkeit von der Ausprägung der Verkrümmung werden insgesamt 4 Stadien unterschieden, wobei Stadium I eine tastbare knotige Strangbildung in der Hohlhand ohne Fingerverkrümmung beschreibt. Im folgenden Beispiel findet sich ein Stadium III.
Die Ursache
Die Ursache der Erkrankung ist nicht geklärt. Auch wenn oft ein Zusammenhang mit Zuckerkrankheit, Alkoholsucht oder Lebererkrankungen beschrieben wurde, so ist dies durch nichts zu beweisen. Eine gewisse erbliche Komponente besteht sicherlich. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Oftmals tritt die Erkrankung an beiden Händen auf. In seltenen Fällen kann diese auch als Fibromatose bezeichnete Krankheit an der Fußsohle auftreten, dann sprechen wir von einem Morbus Ledderhose.

Durch Krankengymnastik, Bestrahlung, Narbensalben oder ähnliches ist das Fortschreiten der Erkrankung nicht zu beeinflussen. So kommt therapeutisch nur die Operation in Frage. Diese sollte besonders bei jüngeren Patienten so früh wie möglich, d.h. mit beginnender Fingerverkrümmung einsetzen. Je länger mit der Operation gewartet wird, desto schwieriger wird es, die komplette Streckfähigkeit wieder herzustellen.
 
Die operative Behandlung
Bei der in der Regel ambulanten operativen Behandlung wird über eine z-förmige Schnittführung mit Hilfe der Lupenbrille in Oberarmblutleere die Hohlhandfaszie dargestellt und entfernt.

Gut erkennbar ist im rechten Bild die
weißliche bogensehnenartige Verdickung
der Hohlhandfaszie.
 
Da in unmittelbarer Nähe viele Nerven und Blutgefäße und auch die empfindlichen Sehnenscheiden verlaufen und diese nicht beschädigt werden sollen, ist die Präparation oft mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. In Abhängigkeit vom Befund dauert eine Operation zwischen einer und drei Stunden. Bei länger bestehender starker Fingerverkrümmung muss gelegentlich eine operative Lösung der Fingergelenke durchgeführt werden.
 
Postoperativ
So ist der Befund unmittelbar nach der Operation.
Bereits am ersten postoperativen Tag sollen die Finger bewegt werden, in der Regel wird Krankengymnastik verordnet.
 
Auch wenn es sich insgesamt um einen komplikationsarmen und häufig durchgeführten Eingriff handelt, so kann nicht garantiert werden, dass nach Abschluss der Behandlung keine Bewegungseinschränkungen verbleiben. Neben den üblichen Operationskomplikationen wie Entzündung und Blutung können vorübergehende oder auch bleibende Störungen des Gefühlsempfindens an den Langfingern oder dem Daumen auftreten. Bei starker Verwachsung der Faszie mit der Haut können auch Ernährungstörungen derselben resultieren, die dann zu einem umschriebenen Hautuntergang führen mit entsprechend verlängerter Wundheilung. Ganz selten kann es zu einem regionalen Schmerzsyndrom bedingt durch eine Blutumlaufstörung im Sinne einer Sudeck´schen Erkrankung kommen. Dies bedeutet eine deutliche Verlängerung der Behandlungsdauer und ist leider oft mit z.T. erheblichen Funktionseinbußen der betroffenen Hand verbunden. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Morbus Sudeck liegt in unserem Patientengut bei deutlich unter einem Prozent.

In Abhängigkeit von der Aggressivität der Erkrankung kann diese nach einigen Jahren erneut oder an anderer Stelle der gleichen Hand auftreten. Wir sprechen dann von einem Rezidiv. Die Therapie unterscheidet sich in nichts von der zuvor beschriebenen, allerdings ist die Komplikationsrate höher einzuschätzen.
 
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