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Der Leistenbruch
stellt eine häufige Erkrankung der Bauchwand dar.
So werden in der Bundesrepublik Deutschland jährlich
mehr als 100.000 Patienten mit dieser Diagnose operiert.
Männer sind in der Regel siebenmal so häufig
wie Frauen betroffen.
Bei einem Leistenbruch (oder lateinisch hernia inguinalis)
handelt es sich um eine Lücke in der Bauchwand, durch
die Bauchinhalt, also z.B. Fettgewebe, Darm oder Eierstock,
in das Unterhautfettgewebe vorquillt. Diese Lücke
ist entweder angeboren oder im späteren Leben "erworben". |
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Die angeborenen
Brüche treten oft schon im frühen Kindesalter
auf. Die im späteren Leben auftretenden Hernien sind
meist durch eine Schwäche des Bindegewebes bedingt.
Häufig treten sie erstmals in Erscheinung nach schwerer
körperlicher Arbeit, z.B. schwerem Heben. Dies ist
aber nie die Ursache sondern nur der Auslöser.
Leistenbrüche werden bemerkt durch eine Schwellung
in der Leiste, die oft im Stehen auftritt und im Liegen
verschwindet. In der Anfangsphase bereiten Leistenbrüche
auch oft Schmerzen. Die Diagnose kann für den Chirurgen
leicht im Rahmen einer klinischen Untersuchung gestellt
werden. Bei unklaren Befunden können ggf. weitere
Untersuchungen (Ultraschall, Kernspintomographie oder
Computertomographie) hinzugezogen werden. |

PerFix®-Plug der Firma
C.R. Bard Inc. Murray Hill,
New Jersey, USA. |
Als Komplikation eines Leistenbruches kann eine Einklemmung
auftreten. Dabei kann der durch die Bruchöffnung
hervorgetretene Bauchinhalt nicht mehr in die Bauchhöhle
zurückgleiten. Dies bereitet Schmerzen wenn es sich
nur um Fettgewebe handelt, kann aber auch zu einem Darmverschluß
führen, wenn Darmanteile hervorgetreten sind. Dies
stellt dann eine lebensbedrohliche Situation dar. Damit
so eine Situation nicht eintritt, sollte jeder Leistenbruch,
egal in welchem Alter, operativ verschlossen werden. Andere
Behandlungsmöglichkeiten gibt es nicht. Die früher
häufig verordneten "Bruchbänder" beschädigen
nur die Haut und sind nicht in der Lage, die Bruchpforte
so zu verschließen, daß kein Bauchinhalt mehr
austreten kann. |

Die Präparation ist abgeschlossen,
die wichtigen anatomischen Strukturen sind dargestellt.
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Es gibt eine ganze Reihe von Operationsverfahren die in
Abhängigkeit vom Befund und Patientenalter zum Einsatz
kommen.
Vom Grundprinzip lassen sich zwei Operations-Techniken
unterscheiden, zum einen die Muskelnahttechniken und zum
anderen die spannungsfreien Netztechniken. |

Das Kunststoffnetz
wird zugeschnitten. |
Die Muskelnahttechniken
sind grundsätzlich dann möglich, wenn sich intraoperativ
ausreichend stabiles Gewebe findet. Sollte dies nicht
der Fall sein, läßt sich mittels der Netztechniken
die nötige Stabilität erreichen.
Die Entscheidung nach welcher Methode der Leistenbruch
operiert werden sollte, wird individuell nach Alter ,
Vorerkrankungen, Narkosefähigkeit und Beruf des Patienten
gestellt.
Generell gibt es keine Operationsmethode, die einen erneuten
Bruch (Rezidiv) endgültig verhindert. |

Das Kunststoffnetz
wird eingenäht. |
Sowohl die Muskelnahttechniken (Operation nach Shouldice)
als auch die Netztechniken (Operation nach Lichtenstein
und oder nach Rutkow mit PerFix®-Plug) lassen sich
in Allgemeinnarkose oder in Lokalanästhesie operieren.
Damit eröffnet sich auch die Möglichkeit der
Versorgung von Patienten, bei denen eine Allgemeinnarkose
zu risikoreich erscheint. Eine ambulante Versorgung ist
möglich. |

Fertiger Operationssitus vor
Verschluß der Wunde. |
Als
weitere Operationsmethode kann die Implantation eines
Kunststoffnetzes über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie)
aufgeführt werden, die bestimmten Situationen vorbehalten
ist. Für diese laparoskopischen Netzoperationen ist
immer eine Vollnarkose nötig.
Als aufklärungspflichtige Komplikationen sind eine
denkbare Verletzung der Samenstranggebilde mit Verkümmerung
des Hodens zu nennen oder auch eine Verletzung von Bauchorganen.
Dies ist aber sehr selten. Häufiger schon sind Beschädigungen
von Nerven, die auch gelegentlich eine erneute Operation
notwendig machen. Dazu muß die Bildung von Flüssigkeitsansammlungen
bei allen Netztechniken erwähnt werden.
Bei der Muskelnahttechnik ist der Patient in der Regel
nach 14 Tagen wieder körperlich belastbar. Die Netztechniken
ermöglichen sofort eine Vollbelastung, allerdings
sollte grundsätzlich die Wundheilung (ca..8 Tage)
abgewartet werden.
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